Adobe Content Authenticity App
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Schutz vor unrechtmäßiger Nutzung von kreativen Inhalten.
Kreativ sein macht Spaß, stiftet Sinn und ist für viele eine Art Lebensinhalt. Kreativ sein kann man auf viele verschiedene Weisen und alle bieten ihre Art von Erfüllung. Die digitale Welt steht immer stärker vor der Herausforderung, dass digitale Inhalte unautorisiert genutzt werden - insbesondere durch den verstärkten Einsatz von generativer KI, etwas zum Training - und somit auch das Copywriter der Kreativen verletzt wird.
Nicht cool für Creator, denn auch wenn wir natürlich aktuell alle von trainierten KI-Modellen profitieren können, sollten jedoch Eigentumsrechte nicht verletzt werden und der Schöpfer immer bekannt sein. Das hat sich auch Adobe gedacht und bietet mit der neuen Adobe Content Authenticity Web-App (aktuell in der Beta Version) eine kostenlose und einfache Lösung, um Werke mit sogenannten Content Credentials zu versehen. Diese digitale Signatur soll Inhalte für Missbrauch schützen, eine korrekte Zuordnung ermöglichen und den Kreativen mehr Kontrolle über die Nutzung der Werke zurückgeben.
Die Adobe Content Authenticity App und Content Credentials
Eingeführt wurde die Anwendung bereits 2019 und hat mittlerweile über 3.700 aktive Mitglieder, die alle für mehr Transparenz bei der Anwendung von digitalen Inhalten stehen und sich dafür einsetzen.
Content Credentials sind digitale Kennzeichnungen, die direkt mit erstellten Inhalten verbunden werden können. Sie geben an, wer der Urheber ist, welche Informationen (wie Name oder Website) hinterlegt sind, und enthalten Präferenzen, ob die Werke für KI-Trainings verwendet werden dürfen.
Selbst wenn Inhalte in sozialen Medien geteilt oder Screenshots davon erstellt werden, bleiben die Content Credentials dank digitaler Fingerabdrücke, unsichtbarer Wasserzeichen und kryptographischer Signaturen erhalten und so ist immer zu sehen, wer der Ersteller war. Dies sorgt für eine nie dagewesene Transparenz - und Sicherheit in der digitalen Welt für Kreative.
Content Credentials zeigen sich dadurch, dass auf den Bildern zum einen ein Icon zu sehen ist, aber auch im Code eines Bildes beispielsweise ist zu erkennen, von wem es stammt. Man kann es verstehen wie das Copywrite-Zeichen, nur digitaler und breiter anwendbar, da eben auch für KI lesbar.
Anwendung und Vorteile
Die neue Web-App von Adobe wurde in enger Zusammenarbeit mit der Creative Community entwickelt, um den spezifischen Bedürfnissen kreativer Köpfe gerecht zu werden. Nutzer*innen können bis zu 50 Dateien (im JPG- oder PNG-Format mit einer maximalen Dateigröße von 20 MB) gleichzeitig hochladen und individuell anpassen. Dabei lassen sich Informationen wie der Name des Urhebers, Websites oder Social-Media-Profile direkt in die Content Credentials integrieren. Die bearbeiteten Inhalte können anschließend mit den angehängten Credentials heruntergeladen werden, wodurch eine eindeutige Verbindung zwischen dem Werk und seinem Urheber geschaffen wird.
An dieser Stelle integrieren wir hier eine Darstellung von Adobe selber, die zeigt, wie einfach der Schutz und die Anwendung sind. Die Darstellung ist ein von uns angefertigter Screenshot von der Adobe Seite selbst, auf der die Content Authenticity App vorgestellt wurde.
Um auch von unserer Seite hier die Transparenz zu wahren - wir sind nicht die Urheber dieser Darstellung, sondern nur Nutzer für die Weitergabe an Informationen. Quelle: Adobe Content Authenticity App (Beta)
Es zeigt sich hier ganz deutlich, dass die Nutzung von Content Credentials einfach ist und per einmaligem Klick auch vom Ersteller entschieden werden kann, ob die Inhalte für die Trainings von KI-Inhalten genutzt werden dürfen oder nicht.
Darüber hinaus bietet die App Werkzeuge zur Inspektion und Wiederherstellung von Content Credentials. Selbst wenn Metadaten entfernt werden oder Inhalte in sozialen Medien geteilt werden, bleiben die digitalen Signaturen dank moderner Technologien wie Fingerabdrücken, unsichtbaren Wasserzeichen und kryptographischen Signaturen erhalten. So bleibt die Authentizität auch nach Screenshots oder Veränderungen des Inhalts gewährleistet. Diese Anwendung heißt Inspect Tool und ist zur Untersuchung gedacht.
Ein weiterer Vorteil ist die nahtlose Integration der Content Credentials in beliebte Adobe-Programme wie Photoshop, Lightroom und Firefly. Dadurch können Kreative direkt in ihrer gewohnten Umgebung arbeiten und von den erweiterten Funktionen profitieren, ohne zusätzliche Software nutzen zu müssen. Mit ihrem kostenlosen Zugang für alle Adobe-Nutzer bietet die Web-App eine innovative und zugängliche Lösung, um kreative Werke sichtbar zu machen, Missbrauch zu verhindern und langfristig für mehr Transparenz in der digitalen Welt zu sorgen.
Das Inspect-Tool von Adobe Content Authenticity (Beta)
Per einfachem Drag-and-drop können Dateien ausgewählt und hochgeladen werden, um zu checken, bei wem das Urheberrecht liegt, welche Möglichkeiten es zur Nutzung gibt, aber auch, ob es bereits von KI genutzt wurde oder nicht.
Im Tool selbst gibt es zwei mögliche Ansichten: Verlauf und Vergleich.
So beschreibt Adobe die Verlaufsansicht: “Im Hauptbereich der Verlaufsansicht zeigt das Inspect-Tool das ausgewählte Asset und seine Beziehung zu anderen Inhaltsdateien. Diese Dateien können auch Content Credentials mit zusätzlichen Informationen enthalten. Wenn du eine Datei in der Verlaufsansicht auswählst, werden die zugehörigen Content Credentials rechts auf der Seite angezeigt.”
Auf jeden Fall ein super wichtiger und richtiger Schritt hin zu mehr Transparenz zwischen Kreativen, aber auch für alle Unternehmen, die sich informieren möchten.
Dann gibt es da noch die Vergleichsansicht: “In der Vergleichsansicht kannst du zwei Assets aus der Verlaufsansicht auswählen und sie vergleichen. Mit dem Schieberegler lässt sich ein Asset mit dem anderen überlagern, um die Unterschiede sichtbar zu machen. Es stehen zwei Vergleichsansichten zur Auswahl: Nebeneinander und Schieberegler.”
So kann man also herausfinden, ob jemand ein Werk genutzt hat, um dieses in etwas Neues zu verwandeln oder selbst erstellt hat.
Das Inspect Tool bietet auch die Möglichkeit, nach möglichen Übereinstimmungen zu suchen. Diese Übereinstimmungen können auf der visuellen Ähnlichkeiten mit dem digitalen Fingerabdruck basieren oder auch über über unsichtbare Wasserzeichen - einfach herauszufinden im Inspect Tool.
Adobe geht noch einen Schritt weiter und hat sich auch Gedanken zur Wiederherstellung von Content Credentials gemacht: “Wenn die Content Credentials einer Datei in der Content Credentials-Cloud gespeichert sind, wie es bei Adobe Content Authenticity (Beta) der Fall ist, können sie sogar per Screenshot wiederhergestellt werden. Einige Adobe-Applikationen und -Services können Content Credentials nur direkt an ein Asset anhängen. Wenn das Asset verarbeitet wird und dabei Daten entfernt werden, z. B. beim Hochladen auf eine nicht unterstützte Plattform, können die Content Credentials verloren gehen und mit dem Inspect-Tool von Adobe Content Authenticity nicht wiederhergestellt werden. Gefundene Content Credentials-Übereinstimmungen werden in chronologischer Reihenfolge aufgelistet (von der ältesten zur neuesten Version). Dabei hat die älteste dem Asset zugeordnete Version der Content Credentials Priorität.”
Noch ein Hinweis: Die öffentliche Beta-Version der Authenticity App von Adobe soll ab Anfang 2025 zugänglich sein. Sie steht aktuell nur als individuelle Version zur Verfügung.
Summary
“Alles meins!” - Im digitalen Zeitalter ist genau diese Info super wichtig, damit man nicht mit der kreativen Schöpfung anderer wild durch die Weltgeschichte rennen kann, wie es einem passt. Hinter jeder Idee, jeder kreativen Umsetzung steckt Zeit, Geduld, Arbeit, Erfahrung und noch viel mehr. Und das soll geschützt werden, damit nicht Andere damit machen können, was sie wollen und wie es ihnen gerade passt.
“Alles meins” ist also keineswegs lächerlich oder unwichtig, sondern ganz im Gegenteil - die Adobe Authenticity Initiative ermöglicht auch online mehr Schutz für kreative Köpfe.
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