Beiträge

Was sind Clickflows

Wer aufmerksam die Entwicklung von modernen Landing Pages verfolgt, dem wird bereits ein Trend aufgefallen sein: Immer öfter stößt man auf Konfiguratoren, Quizzes oder ähnliche interaktive Formulare. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Nutzer kann mit minimalem Aufwand angeben, wonach er sucht und direkt dorthin geführt werden. Das kann das für ihn passende Produkt sein, ein Termin mit dem richtigen Ansprechpartner oder ein individuell zugeschnittener Kostenvoranschlag. Wir bei Flanke 7 haben mit solchen Formularen bereits sehr gute Erfahrungen gemacht und konnten die Conversion Rate sowie die Qualität der generierten Leads einiger unserer Kunden deutlich steigern.

Die Erstellung solcher Konfiguratoren ist dabei denkbar einfach: Früher waren hierfür noch Entwickler notwendig oder man musste mit den eingeschränkten Möglichkeiten eines Jotforms vorlieb nehmen. Doch inzwischen gibt es einige Tools, die speziell für die Erstellung solcher Konfiguratoren bzw. Formulare als conversionsteigernde Landing Page optimiert sind. Drei solcher Tools möchte ich euch vorstellen: Niro, Perspective und Smashleads.

Zum Verständnis: Es gibt für diese Art von Formularen noch keinen festen Begriff, der sich in der Branche durchgesetzt hat. Bei Perspective heißen sie „Mobile Funnels“, Niro nennt sie „Clickflows“ und Smashleads einfach „interaktive Forms“. Ich habe mich entschieden, den Begriff „Clickflow“ zu übernehmen, den wir auch intern benutzen. Das hat folgenden Grund: Er ist am wenigsten missverständlich. Mit „interaktiven Forms“ könnte auch ein normales HTML-Formular oder ein Tool wie Jotform gemeint sein. „Mobile Funnels“ umfassen meiner Meinung nach noch deutlich mehr, als nur ein Formular. Ein Formular kann zwar einen großen Teil eines Marketing Funnels abdecken, aber z.B. gehören auch die Anzeigen, die den Traffic auf das Formular bringen, mit zum „Funnel“. „Clickflow“ ist als eigener Begriff am eindeutigsten.

Funktionsweise von Clickflows

Alle Clickflows haben nur eins gemeinsam: Die Nutzer können sich durch mehrere Schritte durchklicken und erhalten am Ende ein Ergebnis. Die einzelnen Schritte können ganz unterschiedlich aussehen. Es kann dem Nutzer eine Frage mit vorgefertigten Antworten gestellt werden. Oder mit einem Freitextfeld. Es kann auch mit einem verschiebbaren Regler nach dem Preisrahmen gefragt werden usw. Du kannst einige dieser Varianten in dem folgenden Beispiel einmal ausprobieren:

Wie dort können Clickflows dann problemlos auf bestehenden Websites oder Landing Pages (auch denen von Unbounce, Instapages und co.) eingebunden werden. Auch die Ausspielung von einem (Exit Intent) Popup ist möglich. Alternativ ist es auch möglich, den Clickflow selbst als eigenständige Landing Page zu nutzen, sowohl auf Desktop als auch mobil.

Die Erstellung ist mit allen drei Tools sehr einfach: In einem Drag-and-Drop-Builder können die einzelnen Schritte problemlos in kurzer Zeit designed werden. Anschließend werden die Clickflows veröffentlicht und können entweder über die Domain der Toolanbieter ausgespielt oder auf eurer eigenen Domain gehosted werden. Auch die Integration von Tracking über Google Analytics bzw. Google Tag Manager ist problemlos möglich.

Die Einsatzmöglichkeiten von Clickflows sind sehr vielfältig:

  • Als Produktkonfigurator, um Nutzern das Finden der passenden Produktvariante zu erleichtern.
  • Als kurzweiliges Quiz, um spielerisch Leads für deine Email-Liste zu generieren.
  • Als Termin-Planungstool, um Termine zu vereinbaren und schon die wichtigsten Fragen vorab zu klären.
  • Als Tool zur Berechnung von Preisbeispielen, für Nutzer die erstmal grob wissen wollen, „was sowas denn kostet“.

Dabei muss der Clickflow natürlich nicht immer zu einer direkten Conversion im Sinne eines Verkaufes oder Leads führen. Gut möglich ist auch der Einsatz zum Sammeln von Email-Adressen bzw. Kontaktdaten. Wichtig ist aber, dass ihr dem Nutzer immer zuerst einen Vorteil in Aussicht stellt, wenn er das Formular durchläuft. Das kann z.B. das passende Produkt, ein Freebie, ein Termin, ein konkreter Preis oder ein individuelles Testergebnis sein.

Vorteile eines Clickflows

Nutzer lieben interaktive Clickflows

Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel, aber für viele Nutzer sind interaktive Elemente auf einer Website einfach sehr ansprechend. Auf herkömmlichen Websites dreht sich alles oft nur um ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung. Der Nutzer muss sich dann selbst die benötigten Informationen zusammensuchen und eigenständig entscheiden, ob das Angebot der Website für ihn passend ist. Clickflows dagegen folgen dem Ansatz des User-Centered Design: Der Nutzer steht selbst im Mittelpunkt, darf mit der Website interagieren und die einzelnen Schritte durchlaufen. Dann wird ihm (direkt, per Mail oder in einem Telefonat) ein individuell passendes Angebot präsentiert. Informationen, die für den Nutzer nicht von Relevanz sind, werden ihm auch gar nicht erst angezeigt.

Clickflows sind für Mobilgeräte optimiert

Besonders das Tool Perspective stellt diesen Punkt in seinen Markentigaktivitäen sehr stark heraus: Clickflows kommen der üblichen Nutzungsweise von Mobilgeräten sehr stark entgegen. Sie lassen sich so gestalten, dass der Nutzer durch Tippen und Wischen und komplett ohne Scrollen zum Ziel kommt. Alle getesteten Tools sind außerdem für Mobilgeräte optimiert und fühlen sich auf dem Smartphone großartig an.

Clickflows funktionieren mit jeder Art von Traffic

Da Clickflows so anpassungsfähig sind, kannst du sie so designen, dass sie mit jeder Trafficquelle gut funktionieren. Du willst Social Media Traffic nutzen um Leads zu generieren? Erstelle einen Clickflow als Quiz, Test oder als Umfrage, eventuell mit einem Freebie (Case Study, Whitepaper, Flyer etc.) als Belohnung für das Durchklicken. Zum Beispiel kannst du Nutzern, die Interesse an Diät-Themen haben, einen „Finde heraus, welche Diät-Typ du bist“-Clickflow präsentieren, mit einem individuellen Diät-Plan als Belohnung.  Oder willst du vielleicht eher Search Traffic nutzen? Dann können Produktfinder-, Termin- oder Preisberechnungs-Clickflows hervorragend funktionieren. Und hier hast du mit einem Clickflow einen ganz besonderen Vorteil. Du holst den Nutzer nämlich dort ab, wo er ist: Auf der Suche. Wenn der Nutzer deinen Clickflow benutzt, bekommt er in nur wenigen Klicks das gesuchte Ergebnis präsentiert. Ohne, dass er dafür mehrere Anbieter miteinander vergleichen müsste.

Zeit sparen und Informationen sammeln durch vorqualifizierte Leads

Dadurch, dass du deine Leads direkt mit den Antworten der Nutzer auf die Fragen im Clickflow erhältst, werden die Verkaufsgespräche deutlich kürzer. Außerdem kannst du unpassende Nutzer sehr viel besser herausfiltern. Dein Angebot richtet sich nur an B2Bler? Dann führe doch einen Schritt ein, bei dem du den Nutzer fragst, ob er B2Bler ist. So kannst du B2Cler direkt herausfiltern und sparst enorm viel Zeit, da du keine Gespräche mit unpassenden Leads mehr führen musst. Außerdem ist auch der Informationsgewinn nicht zu unterschätzen. Zum Beispiel kämpft man bei SEA im B2B-Bereich ja oft mit den niedrigen Conversionzahlen, welche die Optimierung der Anzeigen erschweren. Du kannst mit Clickflows aber die Frage „Bist du B2Bler“ als Soft-Conversion festlegen. So kannst du schneller feststellen, ob deine Anzeigen die richtige Zielgruppe ansprechen. Auch kannst du viel schneller ausreichende Conversion-Daten für deine Gebotsoptimierung und das Smart Bidding generieren. Oder du erstellst eine Frage nach den Pain Points der Nutzer („Wobei benötigst du Hilfe?“ oder „Welcher Bereich bereitet dir am meisten Schwierigkeiten?“). So gewinnst du wertvolle Erkenntnisse über die Suchintentionen deiner Nutzer.

Die besten Tools für Clickflows

Natürlich lassen sich Clickflows auch selbst programmieren. Ihr spart euch aber viel Zeit und Aufwand, wenn ihr den Weg über einen SaaS-Anbieter geht. Hier bekommt ihr out-of-the-box einen Drag-and-Drop-Editor zur Erstellung von Clickflows, den sogar meine Oma bedienen könnte. Das ist insbesondere für Agenturen interessant, die so nicht für jeden Kunden einen eigenen Clickflow programmieren müssen. Auch kann so Entwicklungszeit gespart werden und die Erstellung kann problemlos direkt vom Marketing übernommen werden. Genau wie bei Unbounce und co. hat dies den Vorteil, dass das Marketing später ohne Umwege Änderungen vornehmen kann und gewährleistet ist, dass Traffic und Landing Page perfekt aufeinander abgestimmt sind. Die Clickflows dieser Anbieter sind außerdem alle mobil optimiert und blitzschnell.

Perspective

Perspective ist eine Berliner Agentur, die sich unter der Leitung von Michael Bogner vor einigen Jahren auf mobile Funnels spezialisiert hat und damit nach eigenen Aussagen höchst erfolgreich war. So erfolgreich, dass sich die Firma jetzt zu einem SaaS-Anbieter entwickelt hat. Übrigens, was mir anfangs nicht klar war: Die „Mobile Funnels“ von Perspective sind auch für Desktop-Nutzer geeignet. Der Fokus bei der Optimierung liegt aber auf Mobile Nutzern. Auf dem Smartphone sehen die Clickflows von Perspective deshalb auch wirklich sehr gut aus.

Perspective ist meines Empfindens nach zurzeit auf jeden Fall der präsenteste Tool-Anbieter für Clickflows. Es ist spürbar, dass hier gerade eine gut durchdachte und umfangreiche Marketing-Kampagne gefahren wird. Wenn ihr einmal mit Perspective in Berühung gekommen seid, befindet ihr euch auch schon im Marketing Funnel der Berliner und werdet in regelmäßigen Abständen zu kostenlosen Webinaren und Agency Crashkursen eingeladen. Das ist nicht als Kritik gemeint: Der Content ist wirklich gut und hilfreich!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Beim Content sehe ich auch den größten Vorteil von Perspective. Als Kunde bekommt ihr jede Menge Unterstützung dabei, gute Clickflows zu erstellen und die richtigen Anzeigen dafür zu schalten. Ihr erhaltet anpassbare Templates für verschiedene Arten von Clickflows und werdet über einen aktiven YouTube-Kanal, einen Blog, regelmäßige Newsletter, Webinare sowie der eigenen Perspective Academy stets mit wirklich guten Tipps versorgt. Allerdings gibt es bei Perspective einen großen Nachteil: Es gibt zurzeit noch keine Logikpfade. Das heißt, es ist nicht möglich, bestimmte Schritte im Flow zu überspringen, je nachdem wie vorangegangene Schritten beantwortet wurden. Sowohl bei Niro als auch bei Smashleads ist das bereits möglich. Auf Nachfrage hat Perspective aber bereits versichert, dass daran bereits gearbeitet wird. Außerdem ist das Interface noch etwas unausgereifter als bei der Konkurrenz. Hier und da gab es kleinere Bugs oder Hindernisse.

Smashleads

Smashleads wurde 2019 von Christian Temming, Noah Frohn und Luka Sikic gegründet. Mit Smashleads könnt ihr „interaktive Forms“ erstellen, die sich per iFrame auf allen Websites, Landing Pages und Popups integrieren lassen. Eine Besonderheit von Smashleads ist das Branching, bei dem die verschiedenen Logikpfade sehr anschaulich und übersichtlich in einer Art Flow-Chart visualisiert werden.

Smashleads Branching

Außerdem bietet Smashleads ein Kundenmanagement, bei dem Agenturen Kunden anlegen und ihnen die jeweils erstellten Clickflows zuordnen können. Das ist vor allem für größere Agenturen interessant. So ist es nämlich z.B. auch möglich, den Zugang zu den Clickflows eines Kunden einem festen Kundenbetreuer zuzuweisen.Smashleads Kundenmanagement

Niro

Bei Niro handelt es sich um ein SaaS-Startup aus Hamburg, das Anfang 2020 von Amir Bohnenkamp und Dustin Jaacks gegründet wurde. Das Tool hat mich rundum überzeugt und wirkte am ausgereiftesten. Der Editor ist leicht verständlich und wir sind bisher nur auf einige wenige, kleinere Bugs gestoßen. Weil auch das Pricing für uns gepasst hat, haben wir uns schließlich für Niro entschieden und sind bisher sehr zufrieden damit. Die Clickflows lassen sich problemlos auf Websites integrieren oder separat auf der Domain von Niro hosten. Die Einrichtung des Trackings über Google Analytics war auch kein Problem. Niro Clickflows sehen sowohl auf Mobile als auch auf Desktop hervorragend aus und überzeugen durch sehr hohen Page Speed.

Niroflow Pagespeed

Niro war in unserem Test außerdem das nutzerfreundlichste Tool: Kleinere Änderungen am Design einzelner Elemente sind hier problemlos möglich und die Folien sind so miteinander verknüpft, dass nicht jede Folie einzeln bearbeitet werden muss. Die Bedienung ist am intuitivsten und der Designmodus am klarsten strukturiert.

Fazit

Clickflows sind eine großartige Möglichkeit, um die Conversion Rate zu erhöhen. Bei einigen Kunden konnten wir so wirklich sensationelle Zahlen erreichen. Die Erstellung ist mit allen drei Tools sehr einfach und ihr könnt bei der Wahl des richtigen Tools eigentlich nicht viel falsch machen. Wir haben uns für Niro entschieden und sind damit auch mehr als zufrieden, allerdings waren wir während unserer Testphase auch mit Smashleads sehr glücklich. Große Unterschiede scheint es hier im Moment kaum zu geben. Perspective kam für uns aufgrund der aktuell noch fehlenden Logikpfade nicht mehr in Frage, weiß aber durch hervorragenden Content zu überzeugen. Aber für welches Tool ihr euch auch entscheidet, Clickflows sollten auf jeden Fall zum Repertoire eines modernen Marketing Managers gehören.